Fingernägel schneiden bei Kindern - rechtliche Hindernisse und Grauzonen

Fingernägel schneiden bei Kindern - rechtliche Hindernisse und Grauzonen

"Was ist das hier auf dem Nachtschränkchen?"

"Eine Kopflampe und eine Nagelschere!"

"Und was willst Du damit?"

"Unserem Kind die Fingernägel schneiden wenn es schläft...."

Es gibt Kinder, die lassen sich bereitwillig die Nägel schneiden UND es gibt Kinder, die schon mit einem Jahr die Steuererklärung ihrer Eltern machen. Beide bilden eher die Ausnahme. Statistisch gesehen lässt es sogar nur jedes 5 Kind unter 2 Jahren zu, dass Mama oder Papa mit der Schere anrücken um die Nägel zu kürzen. Die restlichen Kinder denken nicht einmal im Traum daran, still zu halten. Eltern solcher Kinder haben genau zwei Möglichkeiten:

1. Dem Kind garnicht die Fingernägel zu schneiden und zu warten, dass ein Remake von "Edward mit den Scherenhänden" gedreht wird. Ein paar Fäustlinge helfen in diesem Fall, die Verletzungsgefahr zu minimieren und verhindern außerdem, dass Außenstehende sehen, wie unfähig die Eltern sind!

2. Sich eindringlich mit dem Kinderrecht befassen und die Fingernägel des Kindes kürzen OHNE sich strafbar zu machen.

Viele Eltern sehen sich daher vor einer großen Herausforderung und wissen oft nicht so RECHT, was eigentlich erlaubt oder verboten ist. Faktum ist: Eltern machen sich schneller strafbar als ihnen lieb ist.

Hier ein paar Beispiele:

Das Kind ablenken?

NÖÖÖÖT!

Vortäuschung falscher Tatsachen - 2 Jahre auf Bewährung und in den meisten Fällen eine hohe Geldstrafe. Kauf dir dafür lieber das BGB oder Handschuhe für dein Kind.

Dem Kind Schokolade versprechen?

NÖÖÖÖT!

Bestechung in einem besonders schweren Fall - eine hohe Geldstrafe oder Sozialstunden in einem Nagelstudio. Isso!

Dem Kind etwas wegnehmen, wenn es nicht bereit sich, sich die Nägel kürzen zu lassen?

NÖÖÖÖT!

Erpressung von Schutzbefohlenen - 1 Jahr auf Bewährung oder eine Geldstrafe.

Das Kind fixieren?

NÖÖÖÖT!

Freiheitsberaubung - 3 Jahre auf Bewährung und bei Wiederholungstätern sogar KNAST!

Das lohnt sich wirklich nur in den seltensten Fällen.

Das Kind von einer dritten Person bespaßen lassen?

NÖÖÖÖT!

Unschuldige in eine Straftat verwickeln - 4 Jahre Gefängnis und on Top noch Knastbesuche von empörten Angehörigen. Dat braucht echt keiner!

Und was nun?

In den letzten Jahren hat sich eine rechtliche Grauzone herauskristallisiert, die vielen verzweifelten Eltern wieder Hoffnung darauf schenkt, nicht von ihrem eigenen Nachwuchs zerkratzt zu werden. Es handelt sich hierbei um eine Methode, die zwar moralisch verwerflich aber dennoch sehr effektiv ist.

Die Rede ist davon, dem Kind die Nägel "unbemerkt" zu kürzen. Dies ist am besten dann zu bewältigen, wenn sich das Kind in der sogenannten "Tiefschlafphase" befindet.

Wie du heraus findest, WANN dein Kind in der Tiefschlafphase ist, sagt dir sicherlich google oder ein teurer Elternratgeber.

Eure Rabenmutter

 

Unsere Gastautorin Marie-Christin spielt wie kaum eine andere im www mit der Ironie. Zunächst konnte sie als sog. "Facebook-Bloggerin" mehr als 8000 Fans sammeln bevor sie jetzt ganz frisch ihren Blog (https://www.frau-rabenmutter.de) veröffentlicht hat. Wir freuen, dass wir dich für einen Gastauftritt zu gewinnen konnten.

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