Die Psychotherapeutin - Beziehungskiller Kind?

Die Psychotherapeutin - Beziehungskiller Kind?

Hallo Ihr Lieben,

erstmal will ich mich bei euch vorstellen. Mein Name ist Jessica, ich bin selbst Mama einer bezaubernden Tochter, von berufswegen aus Kinder- & Jungendlichen Psychotherapeutin und werde häufig von anderen Mamas als „Expertin“ gehandelt. Ob ich das wirklich bin, wage ich zu bezweifeln, aber auf jeden Fall hab ich schon einige berufliche Erfahrung und hoffe euch in Zukunft vielleicht mit der einen oder anderen Frage weiterhelfen zu können.

Heute möchte ich über die Veränderung der Partnerschaft nach der Geburt des Kindes schreiben. Viele fragen mich immer wieder ob ich glaube, dass sich nach der Geburt alles ändert? Ein Kind bedeutet für mich und für viele andere das größte Glück, gleichzeitig kann es jedoch auch zur größten Herausforderung werden. Wie häufig habe ich Paare erlebt, die total müde und erschöpft vor einem saßen, da ihr Baby einfach nicht schlafen wollte und sich Rat bei uns in der Praxis holten, da sie einfach nicht weiter wussten. Viele erzählen einem ja auch gerne kleine „Horrorgeschichten“ – ausschlafen wirst du erst in 10 Jahren wieder, Hobbies, hat man keine mehr, weggehen und feiern mit Freunden kannst du vergessen.

Anfänglich hängt der Himmel voller Geigen, alles ist perfekt, als Krönung der Liebe fehlt nur noch ein gemeinsames Kind. Das Glücksgefühl bei der Geburt ist unbeschreiblich – man wartete doch schon so lange auf den einen Moment, auf sein Kind. 

Und dann kommt die Ernüchterung. Die ersten Tage in der Klinik sind meist wunderschön, aber wenn man ehrlich ist, sind dann die ersten Wochen zu Hause sehr anstrengend. Die Brustwarzen tun weh, das Kind weint viel, der Milcheinschuss ist sehr schmerzhaft, der Beckenboden brennt und der Schlafmangel tut sein Übriges. Häufig ist bei der Geburt „untenrum“ auch noch was gerissen oder das Steißbein musste dran glauben. Der Schlafanzug ist für die nächsten 4 Wochen das „Outfit of the day“ und das Stillshirt ist übersät mit Milchflecken. Dann hat man auch noch viel zu viel Besuch und das Baby ist völlig überfordert mit all den „fremden Menschen“, die das kleine Geschöpf am liebsten von oben bis unten abknutschen würden. 

Nach ca. 8 Wochen hat man sich eingelebt, hat langsam eine Alltagsroutine entwickelt, die Männer gehen wieder arbeiten und wir Mamas versuchen den Alltagswahnsinn allein zu bewältigen. Und genau hier kommen die meisten Streitigkeiten auf:
Wir Mamas fühlen uns von unseren Männern allein gelassen, sie verbringen zu viel Zeit bei der Arbeit und wollen dann auch noch abends mit den Jungs losziehen. Wir sitzen den ganzen Tag „alleine“ zu Hause, können nicht raus, da wir stillen und noch keinen Babysitter haben – fühlen uns allein gelassen und fühlen uns zu allem Übel auch noch nicht besonders attraktiv, haben vielleicht auch noch ein paar Kilos zu viel auf den Rippen und die Hormonschwankungen kommen noch on top. Sex hatte man schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr und vermisst diesen zumeist auch nicht, aber die „fünf gegen Einen“ Ersatzbefriedung macht unsere Männer auf Dauer auch nicht besser gelaunt. Zusammenfassend kann man sagen, dass die ersten Monate nach der Geburt für viele Paare eine anstrengende und herausfordernde Zeit sind. Aber sind diese geschafft, wurde über aufkommende Probleme gesprochen, eine Aufgabenteilung gefunden, so sind viele Beziehungen mehr gefestigt als zuvor.

Mein Tipps:

  • Seht die Familie als ein gemeinsames Projekt an, nicht als Aufgabe eines einzelnen, der dem anderen "den Rücken freihält".
  • Zu viele Kilos? Hormonschwankungen? Accept it! Als Paar solltet ihr versuchen manchmal über den Dingen zu stehen, denn es wird besser, versprochen. 
  • Unternehmt viel gemeinsam, mal was mit, aber auch mal ohne Kind. Sucht Euch schnell einen Babysitter oder macht einen festen „Großelterntag“ aus.
  • Sprecht untereinander auch über andere Themen als über das Kind. 
  • Macht Euch bewusst: Eure Beziehung ist die Basis für die Familie, ihr seid nicht nur Eltern, sondern auch ein Paar.
  • Sucht den Kontakt zu anderen jungen Familien. Sie haben ähnliche Sorgen und Nöte, aber auch ähnliche Freuden, einen ähnlichen Alltag. Sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, tut immer gut.

 Und Männer denkt daran: Happy Wife, Happy Life…

Falls Ihr Fragen an mich habt, dann sendet diese doch an info@newdadsontheblog.de und ich verspreche euch diese schnellstmöglich zu beantworten.

#fridad  - die "manchmal zärtlich - immer bärtlich" - Kolumne No.2

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Zweimonatsvater

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